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Großstädte in Deutschland - Solingen

Solingen ist eine kreisfreie Stadt im Regierungsbezirk Düsseldorf in Nordrhein-Westfalen. Sie ist nach dem nordöstlich angrenzenden Wuppertal und vor Remscheid die zweitgrößte Stadt der drei bergischen Großstädte und ein Mittelzentrum des Landes.

Die Einwohnerzahl Solingens überschritt 1929 mit der Bildung der "neuen" Stadt Solingen die Grenze von 100.000 Einwohner, wodurch sie zur Großstadt wurde.

Geografie

Solingen liegt südwestlich von Wuppertal im Bergischen Land. Das Stadtgebiet hat eine Größe von 89,45 Quadratkilometer, davon rund 50% landwirtschaftlich, gärtnerisch oder forstwirtschaftlich genutzt. Die Länge der Stadtgrenze beträgt 62 Kilometer, die größte Ost-West-Ausdehnung 15,6 Kilometer und die größte Nord-Süd-Ausdehnung 11,7 Kilometer. Die Länge des Hauptflusses Wupper im Stadtgebiet beträgt 26 km. Mit 276 m über NN liegt der höchste Punkt im Stadtgebiet am ehemaligen Gräfrather Wasserturm, dem heutigen Lichtturm. Der tiefste Punkt befindet sich westlich von Götsche und südlich von Verlach und liegt 53 m über NN.

Geschichte

Der Name der zukünftigen Stadt soll angeblich erstmals 1067 von einem westfälischen Schreiber in Form von Solonchon benutzt worden sein. Ab diesem Zeitpunkt sollen zwei Abwandlungen belegt sein:

  • Solonchon - Solengen (1168, 1172) - Soileggen (1363, 1366, 1377) oder Soleggen (1365) - Solingen (1174)
  • (Solungun) - Solonchon (1067) - Solungen (1356, 1382) - Solingen.

Seit dem Mittelalter ist sie Zentrum der deutschen Klingen-, Messer- und Schneidwarenindustrie und verfügt über einen heute noch geltenden Ruf für Markenqualität. Durch die Solingenverordnung aus dem Jahr 1994 wird der Name gesetzlich geschützt.

Religionen

Die Stadt Solingen gehörte schon von Anfang an zum Gebiet des Erzbistums Köln bzw. zu dessen Archidiakonat des Propstes von St. Kunibert, Dekanat Deutz. Obwohl in Solingen unter den Grafen von Berg nach und nach die Reformation Einzug hielt, gab es in der Stadt auch weiterhin Katholiken, deren Gemeinde ab 1658 vom Landesherrn neu dotiert wurde. 1701 erhielten Sie auch wieder eine eigene Kirche. 1827 wurde Solingen Sitz eines eigenen Dekanats (heute Stadtdekanat Solingen) innerhalb des neu umschriebenen Erzbistums Köln, zu dem heute alle Pfarrgemeinden der Stadt gehören. Wie bereits gesagt, fasste die Reformation in Solingen nur Zug um Zug Fuß. 1590 entstand eine reformierte Gemeinde, die der Bergischen Synode angeschlossen wurde. Erst 1649 wurde die Pfarrkirche der Stadt den Reformierten übergeben. lutherische Gemeindeglieder gab es seit Anfang des 17. Jahrhunderts, 1635 wurde eine lutherische Gemeinde gegründet. 1672 wurden die religiösen Verhältnisse in einem Religionsvergleich geregelt. In Gräfrath wurde 1590 ebenfalls die Reformation eingeführt. 1629 ist dort ein Konsistorium nachgewiesen und ab 1716 gab es auch einige Lutheraner. Beide Konfessionen vereinigten sich ab 1838 zu einer unierten Gemeinde. In ganz Preußen war bereits 1817 die Union zwischen lutherischen und reformierten Gemeinden eingeführt worden. Gehörten die protestantischen Gemeindeglieder Solingens anfangs zur Kreissynode Lennep (heute ein Stadtteil von Remscheid), so wurde in Solingen 1843 eine eigene Synode eingerichtet und die Stadt Sitz eines eigenen Superintendenten. Hieraus entstand der heutige Kirchenkreis Solingen innerhalb der Evangelischen Kirche im Rheinland, zu dem die meisten Gemeinden Solingens gehören, sofern es sich nicht um Freikirchen handelt. Lediglich die Gemeinde Burg an der Wupper gehört zum Kirchenkreis Lennep. Heute gehören ca. 34 % der Bevölkerung der Stadt Solingen zur Evangelischen Kirche und ca. 26 % zur römisch-katholischen Kirche. Neben der römisch-katholischen Kirche gibt es in Solingen aber auch eine griechisch-orthodoxe Kirche.

Ferner sind verschiedene Freikirchen in Solingen ansässig, darunter mehrere Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), eine Evangelisch-Methodistische Kirche (Methodisten), die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten, eine Gemeinde der Christen Ecclesia, mehrere Freie Evangelische Gemeinde (FeG) und die Heilsarmee.

Weitere Religionsgemeinschaften in Solingen sind die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, die Jehovas Zeugen und die Neuapostolische Kirche.

Wappen

Das Wappen der Stadt Solingen zeigt in Blau zwei silberne, schräg gekreuzte, gestürzte Schwerter mit goldenen Griffen, mit denen ein goldener Anker verschränkt ist. Dabei steht der Anker als Symbol für den Schutzheiligen der Stadt, St. Clemens, der den Märtyrertod durch Ertränken fand. Über dem Schild ist eine goldene Mauerkrone mit fünf Zinnentürmen, je mit Durchlass und zwei Zinnen. Die fünf Türmchen symbolisieren nicht - wie öfters fälschlicherweise angenommen - die fünf Städte aus denen 1929 Solingen gebildet wurde, sondern geben nur an, dass Solingen mehr als 10.000 Einwohner hat. Am 17. Juli 1935 erhielt die Stadt Solingen das Recht zur Führung dieses Wappens. Der Entwurf des Wappens stammt vom Kunstmaler und Heraldiker Wolfgang Pagenstecher.

Wirtschaft und Infrastruktur

Historisch betrachtet, besagt schon der Beiname "Klingenstadt", dass hier das Herz der deutschen Schneidwarenindustrie sitzt. Auch heute noch dominiert die Schneidwarenindustrie die Wirtschaft in Solingen. Allerdings sind im Laufe der Jahrzehnte weitere Zweige der metall- und kunststoffverarbeitenden Industrie hinzugekommen. So haben in Solingen auch viele Zulieferer der Automobilindustrie ihren Firmensitz.

Die größten Arbeitgeber

  • Michelin Kronprinz Werke GmbH
  • Kronprinz Aluguss
  • Haribo
  • Zwilling J. A. Henckels
  • Egon Evertz Unternehmensgruppe
  • Kplus-Verbund
  • kogag Bremshey & Domning GmbH
  • Stadt-Sparkasse Solingen
  • Walbusch GmbH
  • C. Rob. Hammerstein GmbH

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

  • Das Klingenmuseum zeigt neben Degen und Schwertern aus Solinger Produktion eine der weltweit größten Bestecksammlungen.
  • Bergisches Museum in der Burg (siehe auch Bauwerk Schloss Burg) - Es führt durch das mittelalterliche Leben der Ritter und Adligen. So sind unter anderem Ritterrüstungen und Schwerter ausgestellt.
  • Museum Baden - Kunstmuseum, Städtische Kunstsammlung, Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts.
  • Gesenkschmiede Hendrichs - Rheinisches Industriemuseum - eine hundert Jahre alte Scherenschlägerei und Gesenkschmiede, in ursprünglicher Form erhalten.
  • Laurel & Hardy-Museum - Dick und Doof im Walder Kotten
  • Loos'n Maschinn - Als die Solinger Schleifer von der Wasserkraft auf Dampf umstellten, nannten sie ihre neuen Kotten "Maschinnen". 1895 gab es 107 davon. Einer dieser Bauten wurde müstergültig erneuert.

Bauwerke

Die St. Clemenskirche mit ihren beiden Türmen ist ein markantes Wahrzeichen der Solinger Innenstadt. Die sonstigen bedeutenden Bauwerke liegen jedoch außerhalb der City. So ist das Schloss Burg, eine wiederauferbaute mittelalterliche Burganlage aus dem 12. Jahrhundert, die ihre historische Gründung den Grafen von Berg verdankt und lange Zeit deren Residenz war, bevor diese nach Düsseldorf übersiedelten, seit der Zugehörigkeit zu Solingen 1975 das meist besuchte Wahrzeichen der heutigen Stadt Solingen. Überregional bekannt ist auch die Müngstener Brücke. Mit einer Höhe von 107 Metern ist sie Deutschlands höchste Stahleisenbahnbrücke. Sie verbindet Solingen mit Remscheid und überspannt dabei das Tal der Wupper. Ein weiteres Wahrzeichen der Gesamtstadt ist der historische Marktplatz des Stadtteils Gräfrath.

Sonstige Sehenswürdigkeiten sind die Schleiferei Wipperkotten, der letzte original erhaltene (Doppel-)Schleifkotten an der Wupper, der Balkhauser Kotten, ein altes Zeugnis der handwerklichen Geschichte Solingens (heute ein so genanntes Arbeitsdenkmal mit einem Design-Atelier) und die Sengbachtalsperre, eine Trinkwassertalsperre im Südosten von Solingen.

Söhne und Töchter der Stadt

Folgende Personen sind in Solingen geboren unabhängig von ihrem späteren Wirkungskreis (die Auflistung erfolgt chronologisch nach Geburtsjahr):

  • 1855, 21. Januar, Rudolf Cronau, † 27. Oktober 1939 in New York; Maler, Schriftsteller, Kunst- und Kulturhistoriker
  • 1858, 16. Januar im Stadtteil Gräfrath, Walter Schulte vom Brühl; † 4. Juni 1921 in Neckarsteinach, Schriftsteller
  • 1899, 24. Mai, Heinrich Fassbender; † 22. Juni 1971, deutscher Politiker (FDP, später NPD), MdB, MdL in Hessen
  • 1906, Walter Henkels, † 8. Juni 1987, Journalist und Buchautor
  • 1906, 19. März, Adolf Eichmann, † 1. Juni 1962 in Ramleh bei Tel Aviv (Israel), SS-Obersturmbannführer und als Leiter des Referats Auswanderung und Räumung eine zentrale Figur für die Deportation von mehr als vier Millionen Juden
  • 1907, Ludwig Hoelscher, † 1996, Cellist mit internationalem Ruf, Rang und Namen. Er debütierte 1936 in den Berliner Philharmonikern unter Furtwaengler.
  • 1910, Samuel Rothenberg, Pfarrer, Dichter und Komponist ("Ja ich will euch tragen", "Abend ward bald kommt die Nacht")
  • 1910, 17. Dezember, Kurt Henkels, † 12. Juli 1986 in Hamburg, Orchesterleiter, Komponist
  • 1911, 16. Juni, Georg Meistermann, † 12. Juni 1990 in Köln; Maler zahlreicher sakraler und profaner Glasfenster
  • 1916, Jürgen Thorwald, international renomierter Autor populärwissenschaftlicher Darstellungen
  • 1919, 8. Juli, Walter Scheel, Bundesminister in verschiedenen Ministerien und von 1974 bis 1979 deutscher Bundespräsident. Als Sänger des Liedes "Hoch auf dem gelben Wagen" ist er auch heute noch in aller Munde.
  • 1940, 27. Juli, Pina Bausch, deutsche Tänzerin, Choreographin und Leiterin des gleichnamigen Tanztheaters in Wuppertal
  • 1956, 18. Oktober, Michael Lesch, deutscher Schauspieler
  • 1964, Jörg Schönenborn, deutscher Journalist und Chefredakteur des WDR-Fernsehens
  • 1965, 10. Juni, Veronica Ferres, deutsche Schauspielerin
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